Verbreitung

Welche Wege nahm die Huhnschecke?

Wenn die Huhnschecke in der Gegend um Linz erzüchtet wurde, ist es nicht verwunderlich, wenn sie bald in Wien häufige Verbreitung fand. Auch weiter östlich links und rechts der Leitha war sie sehr beliebt. Von Wien aus kam die Huhnschecke zwangsläufig auch nach Böhmen und Mähren, wo sie Wiener Huhntaube genannt wurde. In diesen Gegenden entstanden Farbenschläge, die wir heute gar nicht mehr kennen. So gab es z. B. silberfarbige Huhnschecken. Auch wurden viele Farbenschläge in Weißschwänzig gezüchtet. Ob nun das verschwinden dieser Farben

schläge gut oder schlecht für die Rasse ist, lassen wir dahingestellt.

Weitere Verbreitung fand die Huhnschecke über Wels ins Mattigtal. Hier in der Gegend um Mattighofen hatte sie eine Verbreitung und Beliebtheit erreicht wie wohl nirgends sonst. Hier wurde die Huhnschecke scherzhaft auch manchmal Herrenscheck genannt. War sie doch gerade auf großen Bauernhöfen in einer Anzahl 200- 300 Tieren vertreten. Gleichzeitig breitete sie sich auf der bayerischen Seite von

Inn und Salzach aus. Gerade die Züchter aus dieser Gegend profitierten von der Beliebtheit der Huhnschecke im Mattigtal. So manches gute Zuchttier hat die Reise über die Grenze kopfüber in der Manteltasche durchstehen müssen.

Wie schrieb einmal Wilhelm Bremer: Obwohl die Huhnschecke nicht gut fliegen, und schon gar nicht schwimmen kann, kam sie doch zahlreich über Inn und Salzach.

Einige Zuchten befanden sich befanden sich in der Gegend um Augsburg und in Ludwigshafen. Auch in Mannheim waren sehr gute Zuchten anzutreffen. In Sachsen, genauer um Leipzig und Dresden fanden die Tiere schnell Freunde und Liebhaber. Auch hier wurde viel für die Rasse geleistet.

In der heutigen Zeit hat sich die Verbreitung der Huhnschecke etwas verlagert. Der Hauptschwerpunkt liegt ohne Zweifel in Bayern. Hier gibt es Zuchten von der Gegend um Burghausen über Straubing - Landshut bis in den Nürnberger Raum. Im österreichischen Mattigtal sind ebenfalls noch einige gute Zuchten, aber von ihrer Beliebtheit in den 50er, 60er und 70er Jahren sind diese alles nur noch Schatten. In letzter Zeit hat unsere Rasse in Holland und Belgien an Beliebtheit gewonnen. Auch in Frankreich hat ihre Zahl zugenommen.


Verfasser: Alfons Ettengruber